Drohnen bei Klimaschutz und Umweltschutz

Drohne Klimaschutz Umweltschutz

Moderne Technik sowie der moderne Lebensstil der Weltbevölkerung hat Einflüsse auf die Natur und treibt nach aktuellen Forschungsergebnissen den Klimawandel voran. Dieser technologische Fortschritt kann allerdings auch genutzt werden, um dem Klimawandel entgegenzuwirken und die Natur zu bewahren.

Durch neue Technologien lassen sich Rohstoffe recyceln und Maßnahmen ergreifen, welche den Ausstoß von Schadstoffen reduzieren. Die meisten dieser Technologien sind bereits weithin bekannt und im Fokus der Bevölkerung. Einige andere moderne Technologien hingegen haben sich der breiten Weltöffentlichkeit allerdings bisher entzogen. Dabei haben sie das Potenzial große Veränderungen in herbeizuführen und das Klima positiver zu beeinflussen, als viele andere Technologien dazu in der Lage sind. In diesem Artikel möchte ich dabei den Fokus auf Drohnen legen und wie diese durch innovative Konzepte den Klimawandel verlangsamen oder im besten Fall sogar umkehren können.

Einige der Schlüsselfähigkeiten die Drohnen dabei zur Verfügung stellen sind ihre Flugeigenschaften, mit denen sie nahezu jeden Fleck der Erde präzise ansteuern können, ihre Vielseitigkeit durch unterschiedliches Zubehör und speziell entwickelte Werkzeuge, ihre geringen Kosten sowie die Möglichkeit, Drohnen autonom und ohne einen Piloten durch vorher definierten Flugpläne und -routen als Schwarm in einem großen Gebiet einzusetzen.

In diesem Artikel stellen wir die innovativsten Konzepte sowie deren Beitrag zum Schutz des Klimas und der Umwelt vor.

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Drohne für Land- und Forstwirtschaft

Die Land- und Forstwirtschaft zählt zu einem der größten Emittenten von Treibhausgasen weltweit. Diese Emissionen setzen sich aus unterschiedlichen Bestandteilen zusammen. Einerseits benötigen die schweren Maschinen große Mengen Treibstoff und stoßen dadurch viel CO2 aus. Viel gravierender sind allerdings die Ausstöße der Massentierhaltung, besonders von Rindern, und der damit einhergehende massenhafte Ausstoß von Methan. Dieser ließe sich lediglich durch eine Veränderung der Ernährungsgewohnheiten der Bevölkerung reduzieren.

In der Landwirtschaft entsteht allerdings auch ein weiteres, weniger beachtetes Problem. Landwirte kennen häufig nicht die genaue Zusammensetzung ihrer Böden und die Analyse von Bodenproben an mehreren Stellen eines Ackers sind aufwendig und teuer. Daher wird, um die Erträge des Feldes sicherzustellen, meist mehr Düngemittel auf einem Feld verteilt, als nötig wäre. Die Auswirkungen sind, neben der Verschwendung und Überproduktion von Düngemitteln, auch am Grundwasser feststellbar.

Durch den Einsatz moderner Technologien lässt sich diese Verschwendung vermeiden und die Menge an eingesetztem Düngemittel bei gleichzeitiger Ertragssteigerung verringern. Umsetzbar ist dies durch die präzise Dünung des Feldes in unterschiedlichen Sektoren mit der richtig dosierten Menge Düngemittel für jeden Sektor. Um dies zu ermöglichen werden Drohnen eingesetzt, welche die Tätigkeiten autonom übernehmen, während sich der Landwirt auf andere Aufgaben konzentrieren kann.

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Im ersten Schritt überfliegt eine speziell ausgerüstete Drohne das Feld und analysiert die Beschaffenheit des Bodens. Dabei wird das Feld in Sektoren unterteilt und mit Wärmebild- sowie Multispektralkameras analysiert. Als Ergebnis stehen exakte Bodeneigenschaften für jeden Sektor des Feldes zur Verfügung. Daraus kann ein Düngeplan erstellt werden, mit dessen Hilfe das Feld ideal gedüngt wird. Jeder Sektor erhält genau die Menge Düngemittel, welche er benötigt. Dadurch spart sich der Landwirt einerseits Düngemittel und stellt andererseits sicher, dass sein Feld weder über- noch unterdüngt ist.

Die Ermittlung der Bodeneigenschaften erfolgt dabei auf zwei Zentimeter genau. Was die Genauigkeit betrifft, stellt dies einen Quantensprung dar. Bisherige Verfahren unter Zuhilfenahme von Satelliten konnten ein Gebiet lediglich auf zwei bis fünf Meter genau analysieren und waren noch dazu deutlich teurer. Hinsichtlich der Kosten schlägt die Drohne sogar Flugzeuge und Hubschrauber, da diese neben des teureren Treibstoffs ebenfalls einen Piloten benötigen.

Durch den Einsatz von Drohnen zum Klimaschutz ist damit eine klimafreundliche Bewirtschaftung des Bodens möglich. Die Dünung und Bewässerung der Felder lässt sich damit effizienter gestalten wodurch sich für den Landwirt einerseits die Kosten einsparen und andererseits die Erträge steigern lassen. Zusätzlich kann der Landwirt ermitteln, in welchen Bereichen sich der Anbau bestimmter Pflanzen zur Humusbildung lohnt um die Erträge in der Zukunft klimafreundlich weiter zu steigern.

Drohnen zur Dokumentation

Zur Bekämpfung des Klimawandels ist es wichtig zu wissen, wofür man sich einsetzt und welche Auswirkung die Veränderung des Klimas mit sich bringt. Dafür müssen Daten erfasst werden um diese später genau analysieren zu können. Die Sammlung der Daten gestaltet sich häufig sehr schwierig, da der Prozess sehr aufwendig ist und häufig mit enormen Kosten einhergeht. Möchte man beispielsweise die Auswirkungen eines Waldbrandes erfassen, muss das Gebiet in regelmäßigen Abständen überflogen werden. Dazu benötigte man bisher ein Flugzeug sowie einen Piloten und einen Fotografen, der die Ausmaße des Brandes festhält.

Mit Drohnen lässt sich das Vorhaben deutlich einfacher und kostengünstiger realisieren. Die Drohne kann von einem Piloten gesteuert oder sogar autonom anhand einer Flugroute das gewünschte Gebiet überfliegen. Dabei erstellt sie Aufnahmen und leitet diese an eine Bodenstation zur Analyse weiter. Möchte man sich eine bestimmte Stelle genauer ansehen, kann man die Drohne manuell steuern und somit detaillierte Aufnahmen des gewünschten Bereichs erstellen. Außerdem kann man mit der Drohne näher an gefährliche Gebiete heranfliegen, da man keine Menschenleben in Gefahr bringt, sondern im schlimmsten Fall einen kleinen finanziellen Schaden davonträgt. Stürzt hingegen ein Flugzeug ab, ist der finanzielle Schaden deutlich höher. Von den Gefahren für Laib und Leben der Besatzung samt Piloten ganz abgesehen.

Drohnen können zur detaillierten Dokumentation beispielsweise folgender Szenarien eingesetzt werden:

  • Waldbrände und deren Auswirkungen
  • Abschmelzen von Gletschern
  • Waldsterben durch Temperaturanstiege oder Wassermangel
  • Verkleinerung der Eisflächen an den Polen
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Die gesammelten Daten sind für Klimaforscher von unschätzbarem Wert. Anhand der Daten können sie Modelle über die zukünftige Entwicklung erstellen und Maßnahmen zur Bekämpfung der Risiken ableiten. Außerdem können die Aufnahmen genutzt werden um die Bevölkerung für die dramatischen Auswirkungen zu sensibilisieren und das Thema ins Bewusstsein zu rufen. Statistiken sind wichtig, meist wirken Bilder allerdings stärker und motivieren die Menschen sich zu engagieren um den Klimawandel zu stoppen oder zumindest zu verlangsamen.

Drohnen zum Kampf gegen Entwaldung

Bäume speichern enorme Mengen CO2 und sind daher für die Bewahrung des Klimas von elementarer Bedeutung. Illegale Abholzungen und Brandordnungen zur Gewinnung von Weideland sind daher besonders schädlich für das Weltklima. Durch die Brandordnungen werden Unmengen CO2 in der Atmosphäre freigesetzt und durch die Gewinnung von Weideland sowie der folgenden Aufzucht von Rindern noch mehr klimaschädliche Gase ausgestoßen.

Die Entwaldung ist aktuell bereits für ca. 15% der weltweiten CO2 Emissionen verantwortlich und der Anteil steigt durch die Vernichtung der Regenwälder weiter. Die Tropen konnten bisher große Mengen CO2 binden und durch ihr stetiges Wachstum weiteres klimaschädliches Gas in der Pflanze und im Baum binden. Dieses Ökosystem ist aktuell massiv in Gefahr.

In Costa Rica beschäftigt sich das Projekt „Deep Forest“ mit der Dokumentation und der Aufzeichnung der Auswirkungen der illegalen Abholzung sowie der Brandrodungen durch Landwirte und deren Bedienstete. Das Projekt dokumentiert die zurückgehenden Flächen und möchte mit diesen Aufnahmen die Weltöffentlichkeit sensibilisieren sowie politisch Druck ausüben um illegale Entwaldung zu stoppen.

Ohne Drohnen wäre es kaum möglich diese Aufnahmen zu erstellen. Das Projektteam müsste sein ohnehin knappes Budget für teure Flüge mit Helikoptern oder Flugzeugen aufbrauchen und könnte seine Arbeit nicht in dem Umfang betreiben. Drohnen hingegen bieten den Aktivisten die Möglichkeit mit einem kleinen Budget eine große Veränderung herbeizuführen und mit seinen Aufnahmen Menschen im eigenen Land sowie in anderen Ländern auf die gravierenden Probleme aufmerksam zu machen. Für die Aktivisten bietet dieser technologische Fortschritt durch Drohne die Grundlagen ohne den sie ihr Projekt nicht realisieren könnten.

Logistik und Paketzustellung

Einer der weltweiten Megatrends ist die zunehmende Urbanisierung. Immer mehr Menschen wohnen und leben in Städten, wohingegen die ländlichen Gebiete einer „Landflucht“ unterliegen. Aktuell leben etwa 55% der Weltbevölkerung in Städten, was die Verwaltungen vor zunehmende Herausforderungen stellt. Die Infrastruktur ist vielerorts überlastet und die Verschmutzung, besonders der Luft, nimmt dramatisch zu.

Zusätzlich bestellen immer mehr Menschen ihre Waren online anstatt diese bei einem lokalen Händler vor Ort zu kaufen. Bis 2025 wird geschätzt, dass täglich 500 Millionen Pakete in Städten ausgeliefert werden. Dies führt zu einer enormen Luftbelastung durch Abgase und damit auch einer Belastung des weltweiten Klimas. In London führte dieser Trend dazu, dass der Güterverkehr im Jahre 2010 für ca. 38% der CO2 Emissionen verantwortlich war.

Betrachtet man die Pakete genauer, kann man erkennen, dass diese immer kleiner und leichter werden. Das liegt daran, dass die Kunden häufiger Einzelartikel bestellen, als auch eine größere Bestellung mehrerer Artikel zu warten und diese in einer Bestellung zusammenzufassen.

Dies bietet die idealen Voraussetzungen für die CO2 freie Lieferung der Pakete durch Drohnen. Diese können die leichten Pakete problemlos aufnehmen und sie an ihren Bestimmungsort transportieren. Dadurch sinkt die Verkehrsbelastung in den Innenstädten und gleichzeitig stoßen die Drohnen beim Transport der Pakete kein umweltschädliches CO2 aus. Damit ist eine klimafreundliche Logistik innerhalb der Städte umsetzbar.

Amazon als einer der größten Onlinehändler testet die Auslieferung seiner Pakete per Drohne bereits. Da Amazon seine Prime Kunden innerhalb kürzester Zeit kostenlos beliefert, ist für das Unternehmen die Auslieferung mit einer CO2 neutralen Drohne besonders interessant. Neben dem Umweltaspekt bietet die Auslieferung per Drohne nämlich noch einen weiteren Vorteil.

Der Paketbote lädt am Morgen seinen Transporter voll und liefert die Pakete den Tag verteilt über aus. Damit ist eine Zustellung pro Tag möglich. Setzt das Unternehmen allerdings auf Drohnen, eröffnen sich völlig neue Möglichkeiten. Die Drohne befindet sich in einem Hangar am Logistikzentrum des Unternehmens und wird mit dem entsprechenden Paket beladen. Anschließend startet sie, liefert das Paket aus und ist bereit für eine weitere Auslieferung. Somit sind über den Tag verteilt mehrere Auslieferungen möglich und zusätzlich wird kein Personal als Fahrer und Paketbote benötigt. Die Drohne bietet durch ihre Geschwindigkeit und der Nutzung des Luftraums ohne Staus und rote Ampeln eine mögliche Belieferungszeit von 30 Minuten. Damit ist die Ware des Kunden bereits kurz nach seiner Bestellung bei ihm zu Hause.

Die Attraktivität von Drohnen haben auch Logistikdienstleiter erkannt und wollen ihre Flotte auf eine abgasfreie Belieferung umstellen. UPS beispielsweise testet ebenfalls Ansätze mit Drohnen und hat berechnet, dass der Einsatz der fliegenden Helfer neben den positiven Effekten für das Klima auch wirtschaftlich Sinn ergibt. Das Unternehmen hat ca. 66.000 Zusteller. Wenn der Einsatz von Drohnen die Strecke jedes Zustellers nur um eine Meile reduziert, spart das Unternehmen damit 55 Mio. Dollar ein.

Ein weiterer attraktiver Einsatzzweck der Drohnen stellt die Belieferung von Kunden mit zeitkritischen Gütern dar. Diese werden meist von Kleintransportern ausgeliefert, welche nur mit einem kleinen und leichten Paket beladen sind. Für das Klima sind diese Lieferungen katastrophal, da sie die Umwelt verschmutzen und verhältnismäßig ineffizient sind. Beispiele hierfür sind wichtige Medikamente, Spenderorgane oder andere medizinische Güter. Diese müssen schnell zwischen Krankenhäusern ausgetauscht werden, sind leicht und haben geringe Abmaße. Damit eigenen sich Drohnen ideal um diese Transporte zu übernehmen. Sie überfliegen Staus, Ampel, Unfälle und stoßen kein CO2 aus.

In der Logistik haben Drohnen das Potenzial, die Warentransporte hinsichtlich des ausgestoßenen CO2 dramatisch zu verändern. Kleine und leichte Produkte können ohne Schadstoffausstoß transportiert werden und sind wirtschaftlich ebenfalls hoch interessant. Wir gehen daher davon aus, dass der Einsatz von Drohnen stetig steigen wird und Drohnen als Post- und Paketboten in der Zukunft eher die Regel als die Ausnahme darstellen werden.

Drohnen zum Bäume pflanzen / zur Aufforstung

Klimaschutz bedeutet in großen Teilen auch Schutz der bestehenden Waldflächen und ein Stoppen der Zerstörung von tropischen Regenwäldern. Neben Brandrodungen und illegaler Abholzung führen auch die steigende Zahl von Waldbränden in südlichen Ländern zu einem starken Rückgang der bewaldeten Fläche. Häufige Ursache für diese Brände sind neben Unfällen auch die steigenden Temperaturen in Verbindung mit Monokulturen. Die Wälder sind dadurch nicht mehr in der Lage Feuern besser standzuhalten und brennen auf breiter Fläche ab. Drohnen leisten hierbei einen wichtigen Beitrag zur Dokumentation der Schäden und der Sensibilisierung der weltweiten Bevölkerung für die Themen Klimaschutz und Waldsterben. Darüber hinaus können Drohnen aber noch mehr leisten und einen noch größeren Beitrag zum Schutz des Klimas leisten.

Wälder sind der Schlüssel zur Bekämpfung des Klimawandels und binden enorme Mengen CO2 im Boden sowie im Baum selbst. Eine Aufforstung von Gebieten, in denen der Wald verloren gegangen ist, ist daher ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Die Aufforstung gestaltet sich allerdings meist schwierig, da viel Personal für die Aussaat der Baumsamen nötig ist und viele der verlorenen Gebiete sehr schwer zugänglich sind. Einige Gebiete wurden zu Wüsten und müssen zuerst aufwendig mit anderen Pflanzen begrünt werden, bevor Bäume sich ansiedeln können. Bei vielen Gebieten ist allerdings bereits der Zugang extrem schwierig und für Menschen kaum erreichbar. Betrachtet man beispielsweise schwindende Baumbestände in Gebirgen ist es für den Menschen meist nicht möglich, Bäume durch Aufforstung in einem effektiven Prozess zu säen. Die Berge müssen erklommen und anschließend von Hand besät werden, da keine Verkehrsinfrastruktur vorhanden ist welche den Transport der Samen per Lastwagen oder die Nutzung von Maschinen zur Aussaat ermöglicht.

Drohnen bieten hier eine effiziente Möglichkeit auch diese entlegenen Gebiete zu erreichen und die Aufforstung voranzutreiben. Durch ihre hohe Mobilität können sie auch die schwierigsten Gebiete anfliegen und in diesen präzise die Baumsamen verteilen. Anhand von digitalen Flugrouten kann die Drohne autonom ganze Landstriche bepflanzen und kehrt automatisch zur Aufnahme neuer Samen und dem Laden der Akkus zur Bodenstation zurück. Damit lassen sich große Gebiete, die bisher nicht zugänglich waren, mit Bäumen aufforsten ohne dass Menschen sich in Gefahr begeben müssen. Außerdem sinkt der Zeitraum für eine Aufforstungsmaßnahme von mehreren Monaten auf einige Tage oder wenige Wochen. Auch die Wirtschaftlichkeit der Projekte steigt, da deutlich weniger Personal benötigt wird und mehrere Drohnen gleichzeitig ohne einen Piloten autonom fliegen können. Der Energiebedarf der Drohnen ist dabei gering und ermöglicht mit einem kleinen Budget die Aufforstung großer Gebiete.

Einige Startups beschäftigen sich bereits mit den Möglichkeiten welche Drohnen im Rahmen des Klimaschutzes bieten und haben erste Feldtests erfolgreich durchgeführt. Das Startup „BioCarbon“ aus Oxford in England beispielsweise pflanzt mithilfe von Drohnen Bäume und möchte damit dem Waldsterben entgegenwirken. Auch das spanische Startup „CO2 Revolution“ forstet mit Drohnen Wälder wieder auf. Es hat sich dabei ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Innerhalb von zehn Jahren möchte das Unternehmen 10 Millionen Bäume pflanzen. Drohnen sind bei einem Vorhaben dieser Größe unumgänglich, da diese die Arbeitsschritte autonom durchführen können und aus der Luft große Gebiete bearbeiten. Würde man dasselbe Projekt mit Arbeitern und Landmaschinen erledigen wollen, wäre es für das Startup nahezu unmöglich die erforderlichen finanziellen Mittel zu besorgen. Drohnen sind dabei deutlich effizienter und kostensparender, weshalb das Unternehmen seine finanziellen Ressourcen auch in die Entwicklung sogenannter „Smart Seeds“ investieren kann. Diese Samen sind von einer speziell entwickelten Hülle umgeben, welche den Samen vor Krankheitserregern schützt und ihm gleichzeitig wichtige Nährstoffe zur Verfügung stellt. Die Aussaat erfolgt in einem dreistufigen Plan:

  • Phase 1

    Drohnen mit speziellen Sensoren analysieren das Zielgebiet der Aufforstung und ermitteln die Bodeneigenschaften. Dazu setzt das Unternehmen spektrographische Kameras, GPS-Tracker sowie Kartographie Werkzeuge ein. Außerdem werden Daten zu Temperatur, Niederschlag, dem Bodentyp sowie den vorhandenen einheimischen Pflanzenarten gesammelt. Anschließend werden die Daten zusammengetragen um ein umfassendes Bild des Gebietes zu erhalten. Anhand dieser Daten wird ausgewählt, welche Bäume und Pflanzen am entsprechenden Standort ausgesät werden. Die Samenkapseln enthalten dabei neben den Samen für Bäume auch Samen für Gräser, Büsche, Blumen und Sträucher. Damit wird ein ideales Ökosystem für eine erfolgreiche Aufforstung erstellt, wodurch sich der Erfolg des Projekts steigern soll.

  • Phase 2

    In der zweiten Phase werden die Samen vorbereitet. Es wird eine spezielle Hülle um die Samen gelegt, welche diese widerstandsfähiger macht und gleichzeitig den Keimprozess für die neuen Pflanzen erleichtert. Das Unternehmen setzt hierfür ökologische Düngemittel, Pestizide sowie feste Wasserpolymere ein. Ziel dieses Prozesses ist es, dass mindestens 80% der Samen keimen und sich tatsächlich zu Pflanzen weiterentwickeln.

  • Phase 3

    In der letzten Phase verteilen die Drohnen die Samen im Zielgebiet. Hierfür werden digitale Flugrouten, sogenannte Pflanzpläne, erstellt und die Drohnen kehren immer wieder zum Laden des Akkus und der Aufnahme neuer Samen zur Bodenstation zurück. Mit einer entsprechenden Flotte lässt sich innerhalb kürzester Zeit ein großes Gebiet mit Samen versorgen und die Aufforstung ganzer Landstriche deutlich beschleunigen. Jede der Drohnen kann bis zu 10.000 Samen aufnehmen und diese im Aufforstungsgebiet verteilen. Damit kann jede Drohne innerhalb von 5 Stunden bis zu 100.000 Bäume pflanzen.

Ein erstes Pilotprojekt im spanischen Nationalpark Alto Tajo ist bereits erfolgreich abgeschlossen und die Drohnen haben sich bei der Aussaat der Bäume bewährt. Das Unternehmen möchte seine Aktivitäten nun ausweiten und weitere Projekte zur Aufforstung von Waldflächen vorantreiben. Neben der deutlichen Steigerung der Geschwindigkeit der Aufforstung sind auch die Kosten des Projektes wegweisend. Setzt man Drohnen zusammen mit den Smart Seeds des Unternehmens ein, lassen sich Aufforstungsprojekte mit einem Budget von lediglich 10% regulärer Aufforstungsmaßnahmen realisieren. Damit kann das Unternehmen einen erheblichen Beitrag zum Schutz des Klimas sowie der Bekämpfung des Waldsterbens leisten.

Aufspüren von Waldbränden

Ein zunehmendes Problem durch steigende Temperaturen und Monokulturen bei Wäldern sind die zunehmende Anzahl von Waldbränden. Vor allem in Südeuropa hat die Zahl der Waldbrände zugenommen und immer größere Waldflächen fallen den Flammen zum Opfer. Die Früherkennung von Waldbränden ist ein entscheidender Faktor in deren Bekämpfung und der Verhinderung größerer Brände. Wird ein Waldbrand frühzeitig erkannt, können Einsatzkräfte mobilisiert werden und die den Brand bekämpfen bevor dieser sich ausbreiten und Mensch sowie Natur ernsthaft bedroht.

Durch den Einsatz moderner Technologie können Brande früh erkannt und dadurch in ihrer Ausbreitung eingedämmt werden. Da besonders Spanien unter den Auswirkungen von Waldbränden leidet, hat die Madrider Universität Carlos III zusammen mit der Telefónica ein Kooperationsprojekt ins Leben gerufen. Zusammen mit der Universität möchte das Unternehmen seine über das gesamte Land verteilte Mobilfunkmasten nutzen, um Waldbrände schnell und sicher zu entdecken. Durch die aktuell verbaute Technologie, sind Mobilfunkmasten in der Lage, Waldbrände in einem Gebiet von 15 Kilometern um die Masten herum zu erkennen. Damit ist der erste Schritt zur Erkennung eines möglichen Waldbrandes erfolgt. Anschließend leitet dieser reguläre Mobilfunkmast seine Informationen an einen speziellen Anti-Waldbrand-Masten weiter. Dieser ist neben der gängigen Technik außerdem mit einem Hangar für Drohnen ausgerüstet. Erkennt nun ein Mast in seiner Nähe einen möglichen Brand, entsendet der Spezialmast automatisch eine Drohne zur Erkundung in das Gebiet.

Drohne Waldbrand

Diese Drohnen sind mit unterschiedlichen Sensoren ausgestattet und verfügen unter anderem über eine Wärmebildkamera sowie eine Kamera für Fotoaufnahmen. Damit fliegt die Drohne in das Zielgebiet und sucht dort nach der Wärmequelle, also dem Brand. Anschließend nimmt sie Bilder der Brandstelle auf und sendet diese an eine Notfallzentrale. Dort werden die Bilder ausgewertet und die Einsatzkräfte entsendet.

Durch die manuelle Prüfung können Fehlalarme wie beispielsweise größere Feuer einer Grillparty an einem kontrollierten Brandplatz ausgeschlossen werden um die begrenzten Ressourcen der Einsatzkräfte nicht zu verschwenden. Der Einsatz von Drohnen in Verbindung mit den Mobilfunkmasten stellt einen enormen Vorteil dar, da Brände schnell und kostengünstig erkannt werden können. Im regulären Betrieb müsste zuerst jemand auf den Brand aufmerksam werden und die Einsatzkräfte alarmieren. Diese müssen zur ungefähren Brandstelle vordringen, diese ausfindig machen und die Lage vor Ort einschätzen. Der Zeitverlust durch dieses Vorgehen ist enorm und kann durch fliegende Drohnen deutlich reduziert werden. Durch die automatische Erkennung einer Gefahr und der Entsendung von Drohnen statt Menschen werden auch die Kosten der Erkennung dramatisch gesenkt wobei gleichzeitig ein größeres Gebiet überwacht werden kann.

Fazit

Die Möglichkeiten des Einsatzes von Drohnen zum Klimaschutz sind gewaltig. Die neue Technologie ermöglicht eine Umsetzung von Präventiv- sowie Kurativstrategien mit deutlich kleinerem Budget als dies bisher der Fall war. Neben der reinen Überwachung von Wälder zum Schutz vor Bränden und illegaler Abholzung können Drohnen auch eingesetzt werden um aktive Wälder wieder aufzuforsten und die Bindung von CO2 im Boden sowie den Pflanzen zu erhöhen.

Die Automatisierung der Aufgaben durch Drohnen spart Personal und damit auch erheblich die Kosten, was wiederum dazu führt, dass auch kleine Unternehmen mit geringem Budget erfolgreich Klimaschutzprojekte umsetzen können. Verfügt ein Unternehmen über größere finanzielle Mittel, lassen sich die Maßnahmen durch den Einsatz von Drohnen in einem größeren Gebiet und damit mit einer größeren Auswirkung für die Umwelt umsetzen.

Drohnen leisten damit einen erheblichen Beitrag zum Klimaschutz und haben das Potenzial die Art wie Klimaschutz betrieben wird in den nächsten fünf bis zehn Jahren zu revolutionieren. Die Ansätze sind geschaffen und erste Projekte erfolgreich umgesetzt. Nun liegt es daran, die breite Öffentlich für das Thema zu sensibilisieren und Fördergelder für neue Technologien zugänglich zu machen. Unter diesen Voraussetzungen können Drohnen das Klima schützen und die Wälder bewahren. Wirtschaftlich ist die Technologie schon heute und durch weitere Verbesserungen befinden sich Drohnen auch in diesem Sektor auf dem Vormarsch.