Drohne im Schnee Winter

Drohne beim Wintersport

Drohne im Winter

Die Verbreitung von Drohnen steigt seit Jahren an und immer häufiger tauchen diese auch im Sport auf. Viele Privatbesitzer nehmen die Drohne gerne mit um sich bei ihren sportlichen Aktivitäten zu filmen. Es ist daher nicht verwunderlich, dass jedes Jahr mehr Drohnen in Skigebieten zu sehen sind und dort von Privatpersonen zur Aufzeichnung genutzt werden.

Ski- wie auch Snowboardfahrer bewegen sich mit den Drohnen auf offiziellen wie auch auf nicht offiziellen Abfahrten und können durch die Drohnen andere Skifahrer gefährden. Einerseits fahren die Besitzer, da sie aufregendes Bildmaterial möchten, besonders riskant und gefährden andere durch ihre Fahrweise, andererseits stellt die Drohne selbst auch eine Gefährdung dar. Stürzt sie auf andere Skifahrer, können diese ernsthaft verletzt werden. Selbst leichte Drohnen können durch ihren Absturz weitere Skifahrer erschrecken und diese anschließend stürzen. Es ist daher wichtig, sich an einige Regeln zu halten um einen Verweis der Piste zu verhindern.

Vorschriften auf Pisten für Ski- und Snowboard-Fahrer

Eines der größten Probleme durch Drohnen ist die Sicherheit der anderen Skigebietsgäste. Da die Betreiber für alle Gäste verantwortlich sind, ist die Nutzung einer Drohne auf einer Skipiste meist schwierig. Häufig wird die Drohne durch ihren Besitzer genutzt um sich selbst bei der Abfahrt zu filmen. Dabei hat der Besitzer der Drohne, da er sich auf de Abfahrt befindet, meist keine Möglichkeit die Drohne zu steuern. Da der Besitzer für die Sicherheit verantwortlich ist und in diesem Moment bei einem Notfall nicht mehr eingreifen kann, ergibt sich ein erhöhtes Risiko eines Unfalls.

Selbst wenn der Pilot ständig die Kontrolle über die Drohne hat, kann es trotzdem zu kritischen Situationen kommen. Ein technischer Defekt kann jederzeit eintreten und die Drohne zum Absturz bringen. Das dies selbst erfahrenen Piloten mit professionellem Equipment passieren kann, zeigt das Video von Marcel Hirschers Abfahrt bei dem Weltcup Slalom 2015. Sollte die Drohne auf einer dicht befahrenen Piste abstürzen, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Drohne einen anderen Ski- oder Snowboard-Fahrer trifft oder dieser über die Trümmer fährt und stürzt.

Grundsätzlich ist der Einsatz von Drohnen auf Skipisten nicht verboten, jedoch sind einige Regeln zu beachten. Die Regelungen der deutschen Drohnenverordnung sind jederzeit einzuhalten und müssen auch auf den Pisten befolgt werden. Darüber hinaus können die Betreiber der Skipisten strengere Regeln festlegen, an welche sich die Besitzer von Drohnen halten müssen. In einigen Skigebieten ist der Einsatz von Drohnen beispielsweise komplett verboten worden.

Schriftliche Genehmigung des Einsatzes der Drohne

Möchte man seine Drohne in anderen Skigebieten einsetzen, sollte man sich eine schriftliche Genehmigung der Betreiber der Skipiste einholen. Entsprechende Formulare sind in der Regel auf der Website der Skigebiete zu finden. Die schriftliche Genehmigung sollte ausgedruckt mitgenommen werden um eventuell Missverständnisse vor Ort schnell klären zu können. Am Skigebiet angekommen werden die Drohnenpiloten meist auf separate Pisten geleitet, auf denen der Einsatz der Drohnen möglich ist. Die Hauptpisten halten die Meisten Betreiber drohnenfrei um das Verletzungsrisiko der „normalen“ Skitouristen gering zu halten. Zum Erhalt einer solchen Genehmigung wird in den meisten Fällen verlangt, eine Kopie der Haftpflichtversicherung und des Drohnenführerescheins an den Pistenbetreiber zu senden.

Sondergenehmigungen sind für Werbe- und Medienagenturen möglich. Diese sind ebenfalls beim Betreiber einzuholen und anschließend ist es dem Unternehmen gestattet die Hauptpiste unter Einhaltung der Vorschriften zu filmen. Privatpersonen wird diese Genehmigung in der Regel nicht erteilt, da das Risiko durch Hobbypiloten höher eingeschätzt wird.

Sollte jemand ohne eine entsprechende Genehmigung eine Drohne auf der Skipiste auspacken und diese starten, wird er in der Regel durch das Sicherheitspersonal der Piste verwiesen. Es liegt im ermessen der Sicherheitskräfte wie lange der Platzverweis gültig ist. Es ist daher möglich, dass der Skiurlaub frühzeitig beendet ist. Durch eine entsprechende Abklärung im Vorfeld können unangenehme Folgen vermieden werden.

Filme und Fotos anderer Personen mit der Drohne

Wird auf der Skipiste gefilmt, lässt es sich kaum vermeiden neben der eigentlichen Zielperson auch andere Personen aufzunehmen. Um keine rechtlichen Konsequenzen fürchten zu müssen, sind einige Regeln zu beachten. Befinden sich auf einem Foto oder Video andere Personen, beispielsweise weil diese bei der Abfahrt durch den Bildausschnitt gefahren sind, ist es rechtlich unbedenklich, wenn diese nicht erkennbar sind. Ist von einer Person nur der Hinterkopf zu sehen, kann sie nicht identifiziert werden und es muss keine Genehmigung eingeholt werden. Wurde eine Person allerdings frontal gefilmt, muss der Drohnenpilot die Aufnahmen löschen oder sich eine Genehmigung der aufgenommenen Person einholen.

Um diese Problematik zu umgehen, kann die Drohne auf große Höhe gebracht werden. Damit ist die Identifikation von einzelnen Personen nicht mehr möglich und die Einholung einer Genehmigung entfällt. Diese Regelung betrifft die private wie auch die kommerzielle Nutzung der Aufnahmen.

Sollen die Aufnahmen kommerziell genutzt werden, ist darüber hinaus die Genehmigung des Grundstücksbesitzers einzuholen. Ohne diese Genehmigung sind die Aufnahmen rechtlich nicht nutzbar. Bei Zuwiderhandlungen kann der Grundstücksbesitzer eine Abmahnung mit rechtlichen und finanziellen Folgen für den Drohnenpiloten erteilen.

Darüber hinaus ist Vorsicht bei Aufnahmen von Gebäuden geboten. Die Piloten dürfen Aufnahmen von der Vorderseite eines Gebäudes machen. Es ist allerdings untersagt, über das Gebäude zu fliegen und Fotos oder Videos von der Rückseite des Gebäudes sowie von Innenhöfen aufzunehmen. Eine Ausnahme besteht bei Aufnahmen, welche von einem öffentlichen Platz oder der Skipiste aus gemacht werden. Diese Teile des Gebäudes sind für jedermann sichtbar und damit nicht verboten. Anders sieht es bei Aufnahmen von der Rückseite einer privaten Jagdhütte aus. Diese sind nicht zulässig und können zu rechtlichen Konsequenzen führen. Auch wenn man sich an diese Regeln hält, dürfen die Aufnahmen trotzdem nur für private Zwecke genutzt werden. Möchte man seine Aufnahmen kommerziell nutzen ist eine Sondergenehmigung notwendig.

Unfälle und Versicherungen

Drohne im Schnee

Trotz aller Sicherheitsvorkehrungen kann es jederzeit zu einem Unfall mit der Drohne auf der Skipiste kommen. Dies kann ein Absturz der Drohne sein oder der Zusammenstoß mit einem anderen Ski- oder Snowboardfahrer. Aus dem Unfall können erhebliche finanzielle Folgen für den Drohnenbesitzer resultieren, weshalb eine entsprechende Haftpflichtversicherung unumgänglich ist.

Allerdings schließen viele Haftpflichtversicherungen den Versicherungsschutz in Skigebieten aus. Durch das höhere Risiko würden die Beiträge für die Versicherungspolicen stiegen und damit für Nutzer welche keinen Wintersport betreiben unattraktiv. Möchte man seine Drohne in Wintersportgebieten einsetzen, ist auf einen entsprechenden Schutz zu achten.

Gegebenenfalls kann es nötig werden, eine Zusatzversicherung abzuschließen oder der Versicherungsvertrag muss komplett gewechselt werden. Es ist daher empfehlenswert im Vorfeld, bevor ein Versicherungsvertrag abgeschlossen wird zu prüfen, welche Versicherungsleistungen der Vertrag beinhalten.

Fazit

Drohne gefrorener See

Abschließend kann festgehalten werden, dass der Einsatz von Drohnen im Skigebiet möglich ist und sich mit ihnen atemberaubende Aufnahmen erzielen lassen. Der Einsatz beschränkt sich auch nicht auf professionelle und kommerzielle Einsatzzwecke, sodass auch Hobbypiloten ihre Drohne im Skigebiet nutzen können. Es sind allerdings einige Regeln z beachten um die Sicherheit für die Drohne und die anderen Gäste im Skigebiet zu gewährleisten.

Um sicherzustellen, dass die Drohne eingesetzt werden darf, sollten sich Piloten auf der Website des Skigebietes über die teilweise individuellen Vorschriften informieren, entsprechende Formulare ausfüllen und diese ausgedruckt zum Skiurlaub mitnehmen.

In österreichischen Skigebieten gelten meist strengere Regeln als in deutschen Skigebieten, weshalb bei Wintersportausflügen nach Österreich die Website der Betreiber besonders aufmerksam gelesen werden sollte. Neben dem Bundesrecht in Österreich können auch hier einzelne Skigebiete strengere Vorschriften erlassen oder Drohnen komplett verbieten.