Drohne abgestürzt – was tun nach einem Absturz oder Unfall?

Drohne abgestürzt - was tun

Aufgrund ihrer großen Beliebtheit sind immer mehr Drohnen am Himmel unterwegs. Mehr Drohnen bedeuten allerdings auch mehr Abstürze und beim Absturz wird der Pilot meist sehr nervös. Wir erklären euch wie ihr am besten nach einem Absturz vorgeht und wie ihr den Schaden möglich klein halten könnt.

Meist werden diese von Hobbypiloten genutzt, allerdings steigen auch immer mehr professionelle Piloten mit ihren Drohnen zum Geld verdienen in den Himmel. Genauere Details zu den Einnahmemöglichkeiten mit Drohnen erklären wir in unserem Artikel über Geld verdienen mit Drohnen.

Für Privatanwender ist der Absturz ärgerlich und meist auch wegen der finanziellen Belastung ein sehr unerfreuliches Ereignis. Wird die Drohne allerdings gewerblich genutzt, kommt zu diesem Schaden noch der Ausfall der Drohne und damit einhergehend ein Verlust von Aufträgen. Es ist daher absolut notwendig schnellstmöglich eine Lösung zu finden um die Drohne wieder einsetzen zu können. Der Absturz einer Drohne führt sonst schnell zu unzufriedenen Kunden, welche nächstes Mal den Wettbewerb beauftragen.

Ruhe bewahren

Ein Absturz ist immer eine stressige Situation und besonders die Unsicherheit darüber, was genau passiert ist und wie groß der Schaden ist, ist für viele Piloten äußerst anstrengend. Trotzdem ist es sehr wichtig, im ersten Moment Ruhe zu bewahren. Man sollte sich idealerweise erstmal nicht vom Fleck bewegen und sich genau einprägen, oder besser noch, die Stelle markieren, an der man sich gerade befindet. Startet man dann die Suche nach der Drohne, kann man jederzeit zum Ausgangspunkt zurück und neu beginnen. In unserem Artikel darüber, wie du eine verlorene Drohne wiederfindest, erhältst du Tipps, wie du deine Drohne nach dem Absturz am besten orten kannst. Selbst unter Wasser!

Nachdem man die Stelle markiert hat, kann man mit der Bergung der Drohne beginnen.

Erste Schritte

Zuerst muss die Drohne gefunden werden. Hierfür gibt es wie in dem verlinkten Artikel beschrieben mehrere Möglichkeiten diese mit oder auch ohne Hilfsmittel zu orten.

Sobald man die Absturzstelle gefunden hat, sollte man sich der Drohne langsam und vorsichtig nähern. Bei einem Absturz fliegen häufig Teile davon und diese können in einem weiten Gebiet verstreut sein. Rennt man zu der Drohne hin, kann es schnell passieren, dass man Einzelteile übersieht und zertrampelt. Der Schaden wird damit immer größer und teurer. Deshalb sollte man sich der Unfallstelle vorsichtig nähern und genau auf den Boden schauen.

Sobald man bei der Drohne ist, muss man diese sehr vorsichtig aufheben. Es kann sein, dass der Akku beschädigt wurde was wiederum zu einem Kurzschluss führen kann. Wenn man die Drohne bewegt, kann es passieren, dass der Kurzschluss erst in diesem Moment auftritt. Dann sollte man die Drohne schleunigst fallen lassen und sich von ihr entfernen. Der Akku geht bläht sich dabei stark auf und fängt in der Regel an zu brennen. Die Drohne ist dann verloren und kann meist nicht mehr gerettet werden. Um dies zu verhindern muss man als erstes den Akku entfernen und die Drohne damit von ihrer Energieversorgung trennen.

Anschließend kann man das Gebiet sorgfältig absuchen und die einzelnen Teile einsammeln. Am häufigsten fliegen Propeller und Teile der Landebeinchen weg, da diese Teile stark abstehen und in der Regel filigran ausgeführt sind. Rotoren brechen in den seltensten Fällen und können daher wiederverwendet werden. Die Landebeinchen hingegen weisen häufig stärkere Beschädigungen auf, welche man allerdings mit etwas Klebstoff und Klebeband reparieren kann. Da diese Teile keine großen Kräfte aufnehmen müssen, muss keine professionelle Reparatur vorgenommen werden. Rotorblätter sind bei einer Beschädigung allerdings auszutauschen, da diese durch die Beschädigung brechen können, was zu einem erneuten Absturz der Drohne führt.

Außerdem sollte man sich vergewissern, dass niemand verletzt wurde. Da es allerdings generell verboten ist, eine Drohne über einer Menschenansammlung oder über einer Großveranstaltung zu fliegen, sollte die Gefahr für Menschen gering sein. Nichts desto trotz ist es wichtig sich umzusehen.

Hat man die Drohne geborgen und alle Teile eingesammelt, kann man sich nach Hause begeben um den Schaden genauer zu analysieren. Es kann natürlich auch sein, dass die Drohne überhaupt nicht beschädigt wurde. Ist sie beispielsweise in einen Strauch über in einen weichen Busch gestürzt, hat dieser vielleicht den Sturz abgefedert und die Drohne kann unbeschädigt geborgen werden. Danach kann man sie direkt wieder einsetzen. Vorausgesetzt natürlich die Drohne ist wegen eines Flugfehlers und nicht wegen eines technischen Defekts abgestürzt.

Nächste Schritte

Sobald man daheim angekommen ist, beginnt der wirklich anstrengende Teil der Arbeit. Zuerst muss man alle Einzelteile der Drohne sortieren und diese gründlich säubern. Je nachdem um welches Teil es sich handelt, genügt es die Komponenten mit Wasser abzuwaschen oder man greift zu speziellen Reinigern. Bei elektronischen Bauteilen sollte man besonders vorsichtig sein.

Im folgenden Video wird erklärt, wie ihr den Motor reinigen könnte ohne ihn zu beschädigen.

Vermutlich kennt jeder das Phänomen, dass man einen elektrischen Schlag bekommt, wenn man über einen Wollteppich läuft und jemand anderen berührt. Der Grund hierfür liegt darin, dass man sich statisch aufgeladen hat und diese Ladung an die andere Person weitergibt. Berührt man nun ein elektronisches Bauteil anstatt einer anderen Person, kann es zu ähnlichen Effekten kommen. Allerdings nimmt die Elektronik häufig massiven Schaden, da die Spannungen mehrere tausend Volt betragen können. Aus diesem Grund haben Arbeiter in Fabriken Armbänder an, die diese Spannung schmerzfrei und ohne Beschädigung der Bauteile abführen. Zu Hause werden die wenigsten ein Armband zum sogenannten Potenzialausgleich haben, daher muss man sich anders helfen.

Den folgenden Hinweis sollte man nur mit ausreichend technischem Verständnis befolgen! Wer keine Kenntnisse in elektrotechnischen Dingen hat, sollte die Drohne zu einem Experten bringen. Eine Steckdose kann zum Potenzialausgleich genutzt werden. Dazu legt man den Finger einige Sekunden an die herausstehenden Halteklammern an der Innenseite der Steckdose. Daran ist der PE-Leiter angeschlossen. Auf KEINEN FALL in die Löcher der Steckdose fassen oder etwas hineinstecken! Hier besteht Lebensgefahr. Eine ungefährlichere Alternative bietet Händewaschen. Es klingt vielleicht etwas seltsam, aber Wasserhähne sind ebenfalls an den Potenzialausgleich angeschlossen. Wäscht man sich nun die Hände, wird das Potenzial des Körpers über das Wasser und das Metall der Leitungen abgeführt. Anschließend kann man elektronische Bauteile ohne Gefahr für die Bauteile berühren.

Im Anschluss an das Reinigen der Bauteile sollte man eine Bestandsaufnahme durchführen. Welche Teile der Drohne sind beschädigt und wie schwer ist die Beschädigung. Außerdem ist zu prüfen ob alle Teile vorhanden sind. Direkt nach dem Absturz übersieht man schnell ein Bauteil auf dem Boden und bemerkt den Verlust erst zu Hause. Dann besteht in der Regel immer noch die Möglichkeit zurückzukehren und die Bauteile einzusammeln.

Sobald alle Teile zugeordnet sind beginnt die erste Begutachtung. Welche Teile scheinen beschädigt und welche machen einen weiterhin guten Eindruck. Gerade bei elektronischen Bauteilen ist die optische Überprüfung meist nicht ausreichend. Um sicherzugehen, dass die Teile in Ordnung sind muss ihre Funktion geprüft werden. Dazu baut man die Drohne so gut es geht wieder zusammen und überprüft anschließend, ob alle Komponenten wie gewünscht reagieren.

Bei mechanischen Bauteilen ist die Überprüfung einfacher, da meist schon zu erkennen ist, ob ein Bauteil funktioniert oder beschädigt ist. Beschädigte Teile kann man anhand ihrer Wichtigkeit klassifizieren. Ein defektes Landegestellt kann problemlos mit Klebeband repariert werden. Das sieht zwar nicht schön aus, aber funktioniert. Ein beschädigtes Rotorblatt oder ein gebrochener Drohnenarm sind sicherlich schwer oder überhaupt nicht zu reparieren. Gerade bei sicherheitskritischen Teilen wie Rotorblättern sollte man kein Risiko eingehen und diese direkt austauschen. Hat man eine Beschädigung übersehen und fliegt mit der Drohne wieder, kann es zu einem erneuten Absturz mit weiteren Schäden führen.

Weiteres Vorgehen

Nachdem die Schäden festgestellt wurden, kann man die Ausmaße einschätzen und jeder für sich entscheiden, welche Beschädigungen er selbst reparieren kann und an welcher Stelle ein Experte nötig ist. Kleinere Schäden am Gehäuse oder dem Landegestelle sowie Haltern kann man sicherlich selbst reparieren. Wurde allerdings die Elektronik oder sogar die Platine beschädigt, ist Spezialwissen nötig. Ohne elektrotechnische Kenntnisse kommt man hier nicht weiter. Die Schäden sind in der Regel nicht mit bloßem Auge erkennbar und man benötigt Ersatzteile sowie mindestens eine Lötausrüstung um die Platine zu reparieren. Im Zweifelsfall ist es daher besser, sich mit diesen Schäden an einen Experten zu wenden.

Hier seht ihr eine Anleitung um bei einer DJI Phantom Drohne die Kamera, das Gehäuse und die Landebeinchen zu reparieren.

Entweder kann man einen erfahrenen Bastler aufsuchen, der sich mit einem breiten Spektrum an Elektronik auskennt, oder man wendet sich an einen der Vertragshändler des Drohnenherstellers. Entweder diese nehmen die Drohne direkt zur Reparatur an oder sie kennen zumindest jemanden, den man mit der Reparatur beauftragen kann.

Falls man eine DJI Drohne wie beispielsweise die DJI Mavic 2 hat, kann man im Vorfeld eine DJI Care Versicherung abschließen und die Drohne anschließend an den Händler senden. Man erhält dann ein Austauschgerät und kann direkt weiterfliegen.

Versicherungen

Versicherungen helfen das Ausmaß eines Schadens im Rahmen zu halten und den Versicherungsnehmer vor einem größeren Schaden oder im schlimmsten Fall dem finanziellen Ruin zu bewahren. Es gibt verschiedene Arten von Versicherungen und nicht jede ist für jeden sinnvoll, allerdings sollte man sich trotzdem im Vorfeld gründlich informieren.

Gerade ein Personenschaden mit einer Drohne kann sehr teuer werden. Stürzt die Drohne beispielsweise auf einen Menschen und verletzt diesen, kann der Schaden erheblich werden. Wir sehen mal von den weiteren Schäden und Folgen ab und betrachten in diesem Abschnitt nur die finanziellen Auswirkungen. Sollte die Person bleibende Schäden erleiden, kann die Schadenssumme schnell in die Millionen ansteigen. Darum ist es für den Drohnenpiloten so wichtig, sich an geltende Regeln zu halten und die Drohne vernünftig zu versichern.

Eine Drohnenhaftpflichtversicherung ist Pflicht und muss von jedem Piloten abgeschlossen werden. Hierfür gibt es mittlerweile eine Vielzahl von Anbietern und man kann bequem das passende Angebot wählen. Die meisten Haftpflichtversicherungen decken Drohnen nicht ab, weshalb man sich hier bei seinem aktuellen Versicherer erkundigen sollte. Wichtig ist vor allem, die Deckungssummer hoch genug zu wählen. Wir empfehlen eine Haftungssumme von mindestens 10 Millionen Euro. Ein weiterer Tipp: Haftpflichtversicherungen ändern häufig ihre Konditionen und für Versicherte war es in der Vergangenheit häufig günstiger, den Vertrag zu wechseln und einen neuen abzuschließen. Selbst wenn die Prämie nicht gesunken ist, bieten Neuverträge in der Regel erweiterte Absicherungen im Vergleich zum bestehenden Vertrag.

Eine Möglichkeit sich gegen den Ausfall der Drohne zu versichern bietet DJI mit dem DJI Care Protect Paket. Dabei erhält der Pilot eine Austauschdrohne um direkt weiterfliegen zu können und die beschädigte Drohne kann bequem an DJI zurückgeschickt werden. Die weiteren Konditionen der Versicherung betreffen Wasserschäden und Abstürze und können unter folgendem Link nachgelesen werden.

Weitere Artikel und Hinweise

Generell ist der Flug mit einer Drohne über bestimmten Orten verboten. Menschenansammlungen und Großveranstaltungen beispielsweise dürfen nicht überflogen werden. Welche weiteren Regeln es gibt, erläutern wir in dem folgenden Beitrag.

Wie lässt sich der Absturz einer Drohne verhindern? In unserem Artikel geben wir dir wertvolle Tipps, wie es gar nicht erst zu einem Absturz kommt und du lange Spaß an deiner Drohne hast.